
"Erbarme, zu spät, die Hesse komme!" Eingeweihte kennen dieses Lied von den Rodgau Monotones "..unser David Bowie heißt Heinz Schenk...". Und immer wenn ich in der Küche stehe und etwas aus dem schönen Hesseländsche koche, dann summe ich dieses Lied. Oder gröhle laut mit, wenn es mal wieder im Radio läuft. Leider viel zu selten.
Mein Highlight, was hessischen Gesang angeht, ist aber Willy Astors Versuch, sich des hessischen Idioms zu bedienen. Was haben wir schon gelacht. Im Sommer haben wir ihn bei einem Konzert in Hanau gesehen und dort hat er dieses Lied auch gesungen. Wir, als Nicht-Hessen, lachten uns schon schief. Was müssen erst Hessen durchmachen, die "Waschanlaaasch" hören?
Wie unschwer zu erkennen ist, bin ich sehr gerne Wahlhessin. Die anfängliche Panik und das Entsetzen, als Rheinländerin an der Ahr lebend, nach Hessen ziehen zu müssen, hat sich in absolutes Wohlgefallen aufgelöst. Bei meinem Mann sieht das ein wenig anders aus, aber was weiß der schon von den grünen Oasen Frankfurts, den so nett babbelnden und zutraaaulischen Hessenmenschen und der schönen Umgebung.

Hier ist es wirklich schön und für mich auch immer wieder faszinierend, den Hessen zuzuhören. Den Buchstaben "r" nach einem Vokal gibt es nicht. "Messäh", "Beschäh", "Azt", "Dammstadt", "Weckstadt", "Frangfott" (Messer, Becher, Arzt, Darmstadt, Werkstatt, Frankfurt) usw., usw. Ich könnte mich ständig kringeln. Wer es ein wenig ausfühlicher mag, der kann hier mal klicken.
Auch das Essen gefällt mir, obwohl das trinkbare Getränkeangebot doch sehr zu wünschen übrig lässt. Grüne Soße, Handkäs' - von mir aus auch mit Musik -, Bethmännchen: alles meins. Aber Äbbelwoi? Na ja, ich will ja nicht meckern, aber so richtig gut schmeckt das Gesöff pur ja nicht.

Aaaaber im Essen hervorragend. Und deshalb habe ich mich kürzlich an ein Hinkelsche (Hähnchen) gegeben, das in Äbbelwoi geschmurgelt wird. Und da ich ja eigentlich jede Woche... nun ja, also hier ist endlich mal wieder ein Rezept aus dem Crockpot. Und isch saaach eusch, des schmeckt he-llisch! Versucht's mal, vielleicht babbelt ihr dann ja auch für kurze Zeit hessisch?
| ========== |
REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4 |
| Titel: |
Äbbelwoi-Hinkelsche (CP-TM) |
| Kategorien: |
Crockpot, Thermomix, Geflügel, Äbbelwoi |
| Menge: |
4 Portionen - 3,5 Liter Crocky |
Zutaten
| 1 |
|
|
Hähnchen, frisch |
| |
|
|
Salz |
| |
|
|
Pfeffer |
| |
|
|
Butter |
| 100 |
Gramm |
|
Dörrfleisch, gewürfelt |
| 2 |
|
|
Zwiebeln |
| 2 |
|
|
Äpfel |
| 200 |
Gramm |
|
Zucchini |
| 40 |
ml |
|
Calvados |
| 1/4 |
Ltr. |
|
Apfelwein |
| |
|
|
Saucenbinder oder Mehlbutter |
| 100 |
ml |
|
Sahne* |
Quelle
| |
Rezept modifiziert. |
| |
Original: Deutschland - Die besten Rezepte |
| |
ISBN: 3-89393-166-X |
| |
Erfasst *RK* 10.10.2009 von |
| |
Jutta Hanke |
Zubereitung
Hähnchen zerlegen, Haut abziehen. Mit Salz und Pfeffer würzen. In Butter von allen Seiten schön braun anbraten. Die Hähnchenteile herausnehmen und in den Crockpot legen.
Äpfel und Zucchini würfeln, in den Crockpot geben.
Im Hähnchen-Bratfett das Dörrfleisch und die gewürfelten Zwiebeln anbraten. Über Fleisch und Gemüse geben. Bratensatz mit Apfelwein und Calvados loskochen, ebenfalls in den Crocky schütten.
Insgesamt 4 Stunden, Einstellung HIGH, garen. Fleisch warmstellen, 2/3 des Gemüses aus der Kochflüssigkeit heben und ebenfalls warm stellen.
Restliches Gemüse und Kochflüssigkeit in den Thermomix geben, passieren. Auf 100° C / Stufe 2 erhitzen, Saucenbinder oder Mehlbutter zufügen und 3 Minuten kochen. Nochmals kräftig per Turbotaste durchwirbeln.
Temperatur auf 80° C reduzieren. Sahne zufügen. Nicht mehr kochen.
Hähnchen, Gemüse und Sauce auf einem vorgewärmten Teller anrichten. Dazu passen Nudeln.
Anmerkungen, Jutta: Fleisch butterweich, tolle Sauce.
*Habe Frischkäse statt Sahne verwendet.
=====
PS: Foto ist mies - aber lecker war's trotzdem.